Freie Bauern auf dem Hümmling

Der Hümmling war im Mittelalter im Gegensatz zu anderen Gebieten an den Flüssen sehr dünn besiedelt und bewaldet. Man hielt Vieh und betrieb Ackerbau. Das Vieh hielt man in Hudewirtschaft (einer Art Waldnutzung durch Haustiere), später entwickelte sich vom neunten Jahrhundert an, durch Zurückdrängen des Waldes, die Heidewirtschaft. Und je weiter der Wald der Heidelandschaft wich, je größer wurden die Heidschnuckenherden.

Während in anderen Gegenden viele Höfe „eigenbehörig“ (in Besitz eines Landesherrn) waren, sind auf dem Hümmling nur einige wenige Höfe im Eigentum eines Adeligen gewesen. Dieses ist teilweise durch die geringe Steuerkraft, aber auch durch die Schutzlosigkeit der abgelegenen Dörfer, begründet.

Ein anderer Grund scheint die Freiheitsliebe der Bewohner zu sein. Wenn auch heute leider nicht mehr viel davon übriggeblieben ist. Ein geflügeltes Wort auf dem Hümmling war:

Lieber arm und frei, als reich und in Knechtschaft.

Wiederholte Aufstände der hiesigen Landsassen gegen auferlegte Lasten und Steuern, aber auch als Protest gegen den nicht vorhandenen Schutz gegen Plünderungen und Brandschatzungen aus benachbarten Regionen (Holländer, Friesländer, Stedinger) brachten die Freien Hümmlinger gegen die Herrschaft auf.

1266 wollten Sie sich unter den Schutz der Friesländer begeben, um ihre eigene Herren zu sein. Dieses gelang jedoch nicht. Weitere Aufstände der Bauern gab es 1340 und 1449 (Quelle: www.boerger-huemmling.de).

Freubauernurkunde von 1394
Freubauernurkunde von 1394

Die Freibauernurkunde aus dem Jahr 1394 beschreibt die Abtrennung der Hümmlinger Bauern vom Herrschaftsgebiet der Grafen von Tecklenburg und dass sie sich urkundlich dem Schutz des Bischofs von Münster unterstellen, als dieser Cloppenburg erobert und an Macht gewinnt. Er solle den Hümmling gegen Übergriffe von fremden Adeligen und Banden schützen.

Es wird ein Verzeichnis über die lehnshörigen Höfe des Kirchspiels Werlte aufgeführt, das Forscher auf das 11. Jahrhundert datieren.

Literatur

Katholischer Kreislehrerverein. (1929). Der Hümmling - ein Heimatbuch. Werlte.
Franke, W., Lemmermann, H., Steinwascher, G., Wagner, E., & Scharenberg, H. (1995). Landschaften im Emsland. Der Hümmling mit Sögel, Werlte und Nordhümmling. Sögel.

 

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