Tödliche Attacken durch Hunde und die Berichterstattung dazu!

Schon wieder ein tödlicher Unfall mit Hunden. Der zweite in diesem Jahr. Im April 2010erst beißt ein Husky-Mischling einen Säugling tot und nun im Mai 2010 drei Staffordshire (Bull)Terrier (je nach Quelle handelt es sich um andere Rassen) ein Kleinkind. Die Presse folgt wieder dem alten Muster und stürzt sich wieder mal auf die „Kampfhunde“-Diskussion, weil Thüringen und Niedersachsen die Gefährlichkeit nicht an der Rasse sondern am Verhalten bzw. dem Halter festmachen. Während die Meldung nach dem Unglück mit dem Husky wieder recht schnell aus den Medien verschwand, kochen nun wieder die Gemüter hoch, die sogenannten „Kampfhunde“ zu verbieten. Eine Sau muss wieder durch das Dorf getrieben werden! Aber liegt das nun an der Rasse? Ich meine, wie man auch an dem Husky sieht: NEIN!

Die Gene, legen die äußere Erscheinungform fest und sind die Grundlage für die weitere Entwicklung. Einen kräftigen Hund zu halten, erfordert immer, dass man ihn gewissenhaft erziehen und sozialisieren muss und dass man ihn nie und schon gar nicht im Rudel allein mit Kindern lässt, weil Hunde im Rudel immer nochmal anders reagieren. Dazu kommt, ist ein Hund im Haus und kommt ein Kind, reagieren die Tiere oft mit Eifersucht, so dass hier ebenfalls besondere Vorsicht walten muss.

Wie sieht jedoch die Realität aus? Ich kann zwar nur von meinen Beobachtungen schreiben, denke aber, dass es andern Orts nicht viel anders zugeht. Vielfach werden die Hunde vermenschlicht und / oder vernachlässigt. So darf der Hund „alles“ – außer sozialen Kontakt zu seinen Artgenossen haben, denn es könnte ja eine „Prügelei“ geben. Dass aber Toben und Raufen wichtig sind für die soziale Entwicklung des Tieres, bedenken die meisten dabei nicht. Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortführen, zeigt aber so schon das Hauptproblem: es liegt, wie eigentlich hinreichend bekannt, am Halter! Nur  bei ca. 1 % der auffällig gewordenen Tiere hat übermäßige Aggression pathologische (körperliche) Gründe!

Unter diesem Licht betrachtet, sind die niedersächsische und die thüringische Hundeverordnung die einzigen, die fachlich korrekt begründet sind. Nur wie eben überall rutschen immer einzelne Tiere / Personen durch die Maschen, was dann eben derart tragische Folgen haben kann. Das kann aber auch gerade in Bundesländern passieren, die die Rasse eines Hundes als ausschlaggebendes Merkmal für dessen Gefährlichkeit angesehen wird. Hier werden Hunde anderer Rassen gar nicht betrachtet, so dass diese noch schneller durch’s Raster gleiten, bis auch hier wieder ein tragischer Unfall passiert.

Bleibt zu hoffen, dass diese Zusammenhänge auch entsprechend erkannt werden und der Fall aufgeklärt wird. Den betroffenen Familien wird durch Schnellschüsse der Politik und Diskussionen in den Medien kaum der Schmerz über den Verlust genommen werden können. Um weiteres Leid zu verhindern, sollte von den Rasseliste weg hin zur allgemein besseren Verständnis im Umgang mit insbesondere größeren Hunden gegangen werden und hierüber vom Gesetzgeber auch per Bonussystemen oder Kontrollen gewacht werden, damit es nicht zu weiteren Vorfällen kommt, ob nun mit einem „Kampfhund“ oder mit einem Schäferhund oder Husky oder Labrador oder oder oder…

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