von Sandra Binkenstein: Anette Haupt-Koch hat im Herrenmoor ein totes Reh gefunden und es untersuchen lassen. Die DNA-Spuren sind eindeutig.
ZETEL Nach umfangreichen Untersuchungen ist jetzt klar: Der Wolf, der im Ammerland tot aufgefunden wurde, war zuvor auch in der Friesischen Wehde unterwegs. Es ist der selbe Wolf, der auch ein Kalb in Hahnermoor gerissen hat. Das bestätigen DNA-Proben.

Anette Haupt-Koch und ihr Mann Erich Koch sind Pächter eines Jagdgebiets im Natur- und Landschaftsschutzgebiet im Herrenmoor in Zetel. Dort hat Anette Haupt-Koch die Überreste eines gerissenen Rehs [noch im Stadtgebiet Westerstede, Landkreis Ammerland] gefunden. „Als ich im September durchs Revier gegangen bin, habe ich auf einer offenen Wiese ein gerissenes Reh liegen sehen“, sagt Anette Haupt-Koch. Ihr ist aufgefallen, dass es von einem großen Tier angegriffen worden sein musste – darauf deuteten die Spuren hin. „Wir haben es eingepackt und mitgenommen, damit die DNA-Spuren nicht vom Regen abgewaschen werden“, sagt die Jägerin. „Am selben Tag haben wir die Wolfsbeauftragte Anika Börries angerufen. Sie kam her und hat die Decke des Rehs ausgebreitet und akribisch untersucht. Sie hat die Bissstellen untersucht und ausgemessen und hat mit einem Wattestäbchen DNA-Proben genommen“, berichtete die Zetelerin. „Dann sind wir zu der Stelle gefahren, wo ich das Reh gefunden hatte. Genau an der Stelle lag Kot. Der Wolf ist dort wohl noch einmal hingelaufen. Es ist ganz typisch, dass Wölfe mit ihrem Kot ihr Revier markieren.“ Schon beim Anblick des Kots, der von Knochensplittern durchsetzt war, sei fast klar gewesen, dass es sich um einen Wolf handeln musste. „Man kann aber keine Behauptungen aufstellen, wenn man keinen Beweis hat“, sagt Anette Haupt-Koch.

Doch jetzt liegen die eindeutigen Ergebnisse der Untersuchung vor: „Bei den untersuchten Proben handelte es sich um Wolfsproben. Das beprobte Individuum stammt aus dem Rudel Cuxhaven und ist mittlerweile tot“, schreibt Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen.

Nach dem Tod dieses Wolfes in Hankhausen Vreschen-Bokel soll wieder ein Wolf gesehen worden sein. „Da sollte man sich nichts vormachen: Die Wölfe sind hier“, sagt Anette Haupt-Koch. „Ich bin davon überzeugt, dass das noch mehr werden wird.“ Wer einen Wolf sieht, kann das im Internet melden: www.wolfsmonitoring.com

Erschienen am 08.12.2017 in der Nordwest-Zeitung

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