• Freubauernurkunde von 1394

    Freie Bauern auf dem Hümmling

    Der Hümmling war im Mittelalter im Gegensatz zu anderen Gebieten an den Flüssen sehr dünn besiedelt und bewaldet. Man hielt Vieh und betrieb Ackerbau. Das Vieh hielt man in Hudewirtschaft (einer Art Waldnutzung durch Haustiere), später entwickelte sich vom neunten Jahrhundert an, durch Zurückdrängen des Waldes, die Heidewirtschaft. Und je weiter der Wald der Heidelandschaft wich, je größer wurden die Heidschnuckenherden.

  • De hümmelske Bur

    Dieses Lied beschreibt die typischen Charakterzüge der Hümmlinger – natürlich auf Platt. Große, stolze Männer (meist Bauern), die selbstbestimmt, fleißig („…trägt die Socken von seinen eigenen Schafen, seine Schuhe wachsen auf dem Baum … er nimmt den Pflug in die Hand und ackert …„) und gottesfürchtig (… und wo ein Kreuz am Wege steht, hebt er sein Käppchen gern …) ihren Lebensunterhalt bestreiten. Im Gegensatz zu der Aussage im Text, hatte es die Obrigkeit allerdings nie leicht auf dem Hümmling , da die Bauern den alten Quellen zu folge zwar sehr gläubig, aber auch sehr stolz und ausgesprochen freiheitsliebend waren (Lieber arm und frei, als reich und in Knechtschaft).

  • Das Heuerwesen

    Die Höfe des Hümmlings unterlagen dem Anerbenrecht und wurden in der Regel nicht geteilt. Dies führte dazu, dass es auch heute noch relativ viele Vollerwerbsbetriebe auf dem Hümmling und in dessen Umgebung gibt. Auf Grund der Arbeitsintensität waren die Halb- und Vollerben jedoch nicht dazu in der Lage, einen Hof alleine zu bewirtschaften, so dass sie auf Hilfe angewiesen waren. Für die nachfolgenden Brüder des Hoferben ergaben sich aus dem genannten Erbrecht erhebliche Hürden im Sinne einer eigenen Familiengründung. Diese Existenzsicherung für die abgehenden Söhne und die Sicherstellung der Arbeitshilfe auf den Höfen gelten als die klassischen Wurzeln des Heuerlingswesens und sind als solche wiederholt beschrieben worden.